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GermanBowl XXXI – in der Commerzbank Arena Frankfurt

Hinweis

Teile dieses Artikels zur Geschichte der Commerzbank-Arena basieren auf dem Artikel Commerzbank Arena aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported (Kurzfassung). In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

Geschichte

Die Commerzbank-Arena steht am Platz ihres grossartigen Vorgängers – des legendären Frankfurter Waldstadions. Sie ist Teil der deutschen Sportgeschichte, war immer ein Mittelpunkt des Lebens in der Region. Das Waldstadion hat sich mehrfach verändert und ist nun, zu Beginn des neuen Jahrtausends, von Grund auf neu konzipiert worden. Die fantastischen Sportler, die hier wetteiferten und kämpften, die spektakulären Fussballspiele, die hier stattgefunden haben, sollen nie vergessen sein.

Das ursprüngliche Waldstadion wurde am 21. Mai 1925 eröffnet. Erstes nationales Großereignis war das Endspiel um die Deutsche Fußballmeisterschaft am 7. Juni 1925. Vor 25.000 Zuschauern besiegte der 1. FC Nürnberg den FSV Frankfurt mit 1:0. Weitere sportliche Höhepunkte der zwanziger Jahre waren unter anderem Fußball-Länderspiele (gegen Italien und die Schweiz) und ein Leichtathletik-Länderkampf (ebenfalls gegen die Schweiz). Die anvisierte Bewerbung für die Austragung der Olympischen Spiele 1936 musste jedoch zugunsten der Hauptstadt Berlin zurückgezogen werden. 1937 wurde die Zuschauerkapazität durch Ausbau der Gegengeraden auf 55.000 erhöht.

Unter den Nationalsozialisten wurde das Waldstadion in den dreißiger Jahren auch für politische Veranstaltungen – Aufmärsche und Versammlungen – mit bis zu 150.000 Teilnehmern genutzt. Einer der letzten sportlichen Höhepunkte vor dem Zweiten Weltkrieg war der Weltrekord über 400 m durch Rudolf Harbig am 12. August 1939.

Nach dem Krieg wurde das Waldstadion zunächst durch US-amerikanische Soldaten beschlagnahmt, in Victory Stadium umbenannt und für eigene Zwecke genutzt, jedoch bereits im Juli 1946 wieder auch für deutsche Veranstaltungen freigegeben. Sportliche Höhepunkte der Nachkriegszeit waren die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1946, höchstklassige (Oberliga-)Lokalderbys der Eintracht, des FSV und der Offenbacher Kickers sowie das Comeback von Max Schmeling mit seinem K.O.-Sieg gegen Werner Vollmer am 28. September 1947.

Auch in den achtziger Jahren waren es zum einen die traditionellen sportlichen Attraktionen, die für hohe Zuschauerzahlen und Begeisterung sorgten: neben dem Deutschen Turnfest 1983, den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 1988, den Endspielen um den DFB-Pokal (1982 und 1984) sowie dem Supercup (1987 und 1988) waren hier vor allem die Spiele der Fußball-Europameisterschaft 1988 zu nennen, anlässlich derer eine moderne Video-Anzeigentafel installiert und erste VIP-Einrichtungen erbaut wurden.

Daneben lockten der Deutsche Evangelische Kirchentag 1987 und Freiluftkonzerte neue Zuschauerschichten ins Stadion, beispielsweise Supertramp (1983), Bruce Springsteen (1985 und 1988), Madonna (1987), Prince (1988), die Rolling Stones und Tina Turner (1990).

In den neunziger Jahren folgten Auftritte von Marius Müller-Westernhagen, den Dire Straits, U2 und Michael Jackson, für dessen Auftritt sogar das Spitzenspiel der Bundesliga von Eintracht Frankfurt gegen Bayern München verlegt wurde.

Als neue sportliche Großveranstaltungen wurden von 1992–1994 die Weltmeisterschaften im Damen-Tennis, der Federation Cup, auf der neuen Tennisanlage des Waldstadions ausgetragen. Auf der Hauptkampfbahn hielt der American Football mit Frankfurt Galaxy erstmals am 23. März 1991 Einzug ins Waldstadion und konnte sich seitdem im Rhein-Main-Gebiet etablieren.

Hingegen mussten sich die Fußball-Fans im Waldstadion ab Mitte der 1990er in drei Phasen mit Zweitliga-Fußball begnügen, da der Heimverein Eintracht Frankfurt 1996 (für zwei Jahre), 2001 (für zwei Jahre) und 2004 (für ein Jahr) jeweils aus der Bundesliga abstieg. Am 22. Mai 2005 stieg die Frankfurter Eintracht dann zum ersten Mal in der neuen Arena auf. Typisch für das alte Waldstadion war, dass die Fans in Strömen auf den Rasen liefen, wenn die Eintracht aufgestiegen war, oder, wie beim 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern 1999 in letzter Minute den Klassenerhalt schaffte. Beim Aufstieg 2005 war dies nicht der Fall, da der DFB im Vorfeld für einen eventuellen Platzsturm schon hohe Strafen androhte.

Am 23. Mai 2002 fand im Waldstadion das erste Endspiel um den neugeschaffenen Fußball-Europapokal der Frauen statt. Die heimische Mannschaft des 1. FFC Frankfurt wurde durch ein 2:0 über den schwedischen Verein Umeå IK erster Titelträger.

Für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wurde die Commerzbank-Arena etappenweise Tribüne um Tribüne neu errichtet, so dass offiziell von einem Umbau gesprochen wird. Tatsächlich handelt es sich aber um einen Neubau an gleicher Stelle.

Ein architektonisches Highlight ist das verschließbare Dach, das vollständig im zentral über dem Spielfeld aufgehängten Videowürfel zusammengefaltet werden kann und vom ehemaligen Frankfurter Bürgermeister Achim Vandreike als „das größte Cabrio der Welt” bezeichnet wird. Der Vorgang des Schließens und Öffnens des aus Polyestergewebe hergestellten Innendaches dauert ca. 20 Minuten. Die 8.400 Quadratmeter große Dachkonstruktion ist zwölf Tonnen schwer und hängt an 220 Befestigungspunkten des Seiltragwerks, das die Zuschauerränge überspannt. Die riesige Stahlseilkonstruktion wurde mit Hilfe des Big Lifts durch Hydraulikzylinder schrittweise hochgezogen und dann in die Stahlkonstruktion eingebolzt.

Die neue Arena wurde offiziell beim Konföderationen-Pokal 2005, dem Testlauf für die WM 2006, eröffnet. Im neuen Waldstadion fanden sowohl das Eröffnungsspiel (Deutschland – Australien, Endstand 4:3) als auch das Finale (Brasilien – Argentinien, Endstand 4:1) statt.